Pflege auf hohem Niveau im Sinne des christlichen Menschenbildes

Mi 29. März 2017

50 Jahre Schwesternschaft am Ev. Krankenhaus Köln-Weyertal. Lesen Sie hier ein Interview mit Oberin Wegener.

Seit 50 Jahren besteht zwischen dem Evangelisches Krankenhaus Köln-Weyertal und der Schwesternschaft des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V. eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Vor einem halben Jahrhundert, am 1. April 1967, nahmen die aus Wuppertal-Elberfeld übergesiedelten Schwestern im Weyertal ihre Arbeit auf. Heute sind 44 Schwestern und Brüder und 23 Auszubildende im Auftrag der Schwesternschaft des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V. im Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal tätig.

Dies wird am Samstag, den 1. April gefeiert: Am Vormittag mit einem Festgottesdienst für geladene Gäste und nachmittags mit einem Tag der offenen Tür in der Inneren Medizin und auf der Komfortstation. Dort erwarten die Besucherinnen und Besucher u.a. eine Endoskopie einer Paprika, kostenlose Blutzucker- und Blutdruckmessungen sowie Rundführungen durch das Diabeteszentrum und die Komfortstation. Zudem gibt es eine Fotoausstellung unter dem Titel „Pflege früher – Pflege heute“. Die Ausstellung wird am Vormittag eröffnet. Danach sind die Schwarz-Weiß-Gegenüberstellungen in der neu gestalteten Cafeteria auch für Patienten und Besucher für längere Zeit zu sehen.

Ein Interview mit Oberin Wegener

Beate Wegener ist Pflegedienstleiterin am Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal und Oberin. In dieser Funktion vertritt sie den Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. und seine Schwesternschaft vor Ort. Anlässlich des Jubiläums spricht Sie im Interview über aktuelle Aufgaben und künftige Herausforderungen.

Für welche Werte steht der Evangelische Diakonieverein und seine Schwesternschaft?

Der Diakonieverein und die Mitglieder seiner Schwesternschaft verpflichten sich neben einer guten fachlichen Pflege, den Menschen im Sinne eines christlichen Menschenbildes zu versorgen. Im Pflege- und Dienstverständnis als Leitlinie des Dienstes wird dieses wie folgt beschrieben: „Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und steht in Beziehung zu ihm. In Christus hat Gott sich allen Menschen zugewandt. Darin besteht die Würde des Menschen. Sie ist unverlierbar und zu achten.“ Danach ist Pflege Lebenshilfe in Gesundheit, Krankheit, Behinderung und im Sterben. Sicherlich sind die Werte gerade in der heutigen Zeit aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge und dem zunehmenden Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal nur schwer umsetzbar. Umso wichtiger ist es, junge Menschen für die Schwesternschaft und die Ausbildung zu gewinnen.

Was ist Ihre Aufgabe als Oberin?

Neben der Funktion als Pflegedienstleiterin im Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal, ist es meine Aufgabe, den Evangelischen Diakonieverein und seine Schwesternschaft vor Ort zu vertreten, indem ich für die Werte meiner Schwesternschaft einstehe und sie vorlebe. Gleichzeitig leite ich den Schwesternkreis des Bezirkes Köln, zu dem nicht nur die aktiven Schwestern, Brüder und Auszubildenden in diesem Krankenhaus gehören, sondern auch Schwestern im Einzelvertrag, die zum Beispiel in der ambulante Pflege oder Senioreneinrichtungen tätig sind, oder auch pensionierte Schwestern. Die Zugehörigkeit zur Schwesternschaft endet ja nicht mit der Pensionierung, sondern besteht auch darüber hinaus.

Gehören auch Männer zum Diakonieverein?

Die Schwesternschaft hat in den letzten 25 Jahren ihre Strukturen den heutigen Bedürfnissen angepasst und ist somit den Worten ihres Gründers Friedrich Zimmer „Wir wollen den Zeichen der Zeit dienen“ gefolgt. Bis 1994 konnten nur evangelische ledige Frauen Mitglieder der Schwesternschaft sein, ab dann war es auch möglich, dass auch verheiratete und alleinerziehende Frauen der Schwesternschaft beitreten konnten, Männer und katholische Frauen waren Mitglieder des Evangelischen Diakonievereins. Seit dem 1.1.2015 gehören auch diese beiden Gruppen zur Schwesternschaft und haben dadurch mehr Rechte, indem sie zum Beispiel bei Wahlen und Abstimmungen das Stimmrecht haben.

Der Bezirk Köln zeichnet sich durch einen besonders großen Freundeskreis aus. Das sind Menschen, seien es aktive oder ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses oder ehemalige Diakonieschwestern, die sich als Weggefährtinnen und Weggefährten verstehen, die sich für unsere Ziele engagieren und für unsere Anliegen einsetzen. Es sind Menschen, die den Diakonieverein fördern und fordern, die uns unterstützen, uns freundschaftlich begleiten und ihre Mithilfe, zum Beispiel auch in den Schwesternkreisen vor Ort einbringen. Es tut gut, eine solche Gruppe in der Nähe zu wissen.

Welchen künftigen Herausforderungen muss sich der Diakonieverein stellen?

Wie eh und je ist es wichtig, neue Mitglieder zu gewinnen. Von jeher wuchsen Auszubildende in die Schwesternschaft hinein. Von daher ist es wichtig, gerade bei den jungen Menschen zu werben. In diesem Sinne wurde 2016 eine Kampagne mit dem Titel „Wer uns fehlt, bist Du“ ins Leben gerufen. Der Evangelische Diakonieverein hat für die Jugendlichen eine altersentsprechende Homepage www.evdv.de entworfen.

Weiterhin möchte sich der Diakonieverein nicht nur in den Pflegeberufen engagieren, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands neue Arbeitsfelder im Bereich der sozialen Arbeit und Altenhilfe etablieren. Das Vorhaben, eine gute Aus-, Fort- und Weiterbildung anzubieten, bleibt natürlich aktueller denn je.


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