Praxisanleitung

Vorstellung der Hauptamtlichen Praxisanleitung (HPA)

Ich heiße Rabea Kucinski und bin als hauptamtliche Praxisanleiterin für ganzheitliche Anleitungen im AGAPLESION Bethesda Krankenhaus Bergedorf auf mehreren Stationen tätig. Unser Team besteht aktuell aus vier Kolleginnen, wobei wir uns aufteilen in Vor- und Nachbereitung von Anleitungen/Prüfungsvorbereitung auf Stationen und Koordination und Struktur der praktischen Ausbildung (z. B. Bewerbungsgespräche, Einsatzplanung und noch Vieles mehr).

In meinen Anleitungen möchte ich den Auszubildenden die Chance ermöglichen, sich frei zu entwickeln. Es gibt Vorbehaltstätigkeiten1 und Hausstandards zu sämtlichen Themen wie Prophylaxen und Behandlungstätigkeiten, die am Vorbehaltstätigkeiten = die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs, die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses sowie dessen Evaluation und Analyse sowie die Sicherung und Entwicklung der Pflegequalität. Ende der Ausbildung verinnerlicht sein müssen. Dennoch gestalte ich jede Anleitung individuell bzw. lasse den Auszubildenden selbst viel Raum, um ihren HPA-Tag mit mir, dem Ausbildungsstand entsprechend vorzubereiten, zu strukturieren und mit Input zu füllen. Am Ende schließen wir mit einer Reflektion ab. An diesen Tagen tragen die Auszubildenden, mit mir im Background, die Verantwortung für den/die Patient*in – auch schon im 1. Ausbildungsjahr.

In den Bereichen, wo ich merke, dass noch Unsicherheiten sind, setzte ich eine Wiederholung oder eine Selbsterfahrung mit ein (z. B. zum Thema Mobilisation nehmen wir uns ein Bett und positionieren uns gegenseitig oder bei Schluckbeschwerden probieren wir angedickte Getränke und püriertes Essen). Meine Arbeit wird durch die Vielfalt nicht langweilig und die Auszubildenden fühlen sich gesehen, wertgeschätzt und gebraucht – eine Winwin Situation.

Zitat einer Auszubildenden: „Die HPA-Tage bringen sehr viel Spaß, man lernt Neues bzw. kann Gelerntes wiederholen und vertiefen, manchmal ist erst in der Praxis der Aha-Moment gekommen, sodass ich es verknüpfen konnte. Und es wird sich immer Zeit genommen.“

Vorstellung der Praxisanleitung auf Station (PA)

Mein Name ist Manjula Ruhnke und ich bin seit 2,5 Jahren Praxisanleiterin auf einer kardiologischen Überwachungsstation. Wir sind ein kleines Praxisanleitungs-Team mit insgesamt vier Kolleg*innen. Unsere Aufgaben bestehen darin, ein vertrauensvolles Verhältnis mit den Auszubildenden aufzubauen, ihnen die Station mit ihren Schwerpunkten zu zeigen und sie in den Tagesablauf zu integrieren.

Sie lernen die Vitalparameter der Patient*innen zu erfassen und zu beurteilen, können die Grundpflege und pflegerische Prophylaxen anwenden und werden mit dem Dokumentationssystem vertraut gemacht. Außerdem lernen sie in Notfallsituationen ruhig und gezielt zu handeln. Die Anleitungen bestehen aus individuellen Thematiken, die in Erst- und Zwischengesprächen mit den Auszubildenden festgelegt werden, um die individuelle Entwicklung zu fördern. Es gibt unterschiedliche Lerntypen, dies versuchen wir zu berücksichtigen.

Ich sehe in der neuen Ausbildung den Vorteil, dass die Auszubildenden eine gewisse Stundenanzahl (10% vom Einsatz) an Anleitung erhalten müssen, nicht immer einfach für uns PA´s, aber sehr gut für die Azubis. Wir probieren immer, PA und Azubi einander so zuzuteilen, dass es Typ mäßig passt und ein nettes Arbeits-/Lernverhältnis herrscht. Ich freue mich am meisten darüber, wenn ich sehe, was die Azubis aus ihrem Einsatz mitgenommen haben und wenn sie auch eine Vorliebe für die kardiologische Krankenpflege erlangt haben.

Außerdem sieht man über die Jahre oft fantastische Verbesserungen der Auszubildenden und eine steile Lernkurve. Wir unterstützen die Auszubildenden auch bei Zwischenprüfungen und Examen und versuchen, ihnen die aufregenden Stunden möglichst angenehm zu gestalten. Wir stehen im engen Austausch mit den HPA´s unseres Krankenhauses, so können wir uns über die Auszubildenden gut austauschen und ihnen eine gute Ausbildung ermöglichen.

Vorstellung des Krankenhauses

Das AGAPLESION Bethesda Krankenhaus Bergedorf ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung. Es ist Teil der Notfallversorgung der Stadt Hamburg, dadurch ist eine Versorgung an 365 Tagen im Jahr mit 24 Stunden am Tag möglich. Insbesondere für die Patient*innen des Hamburger Ostens und der Grenze zu Schleswig-Holstein. Über 14.000 stationäre und teilstationäre sowie ca. 20.000 ambulante Patient*innen nehmen jährlich unsere Leistungen in Anspruch. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg sind wir Ausbildungsstandort für junge Mediziner*innen. Ebenfalls bieten wir Ausbildungsplätze für die generalistische Pflegeausbildung (GeP), Ausbildung zum/zur Hebamme und zum/zur Operations- und Anästhesietechnische
Assistent*in (OTA und ATA) an. Insgesamt stehen dem ABKB 80 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Das AGAPLESION Bethesda Krankenhaus besteht aus 15 Stationen, die insgesamt über 344 Betten verfügen mit zusätzlichen Funktionsbereichen.

Vorstellung der Schule

Die HCA – Health Care Academy, ehemalig SGKH (Schule für die Gesundheits- und Krankenpflege Hamburg) wurde 2004 gegründet und hat ihren Sitz seit 2019 im Heidenkampsweg 99 in Hamburg. Sie ist eine Gemeinschaftsschule und hat mehrere Träger und Kooperationspartner in Hamburg. Jede Klinik hat ihre eigenen Kontaktlehrer*innen Die Schule bietet in der Pflege jährlich ca. 400 Ausbildungsplätze an. Die Kurse der Pflegefachkräfte bestehen aus etwa 25-30 Auszubildenden. Starttermine sind vier Mal im Jahr – jeweils zum ersten des Monats im Februar, April, August und Oktober.

Für die Auszubildenden zum/zur Pflegefachmann/-frau bietet die Schule einen Auslandseinsatz im Bereich der Pflege- und Sozialarbeit an. Die HCA bietet seit März 2009 in Kooperation mit der Hamburger Fern-Hochschule den dualen Studiengang „Therapie und Pflegewissenschaften“ an. Dabei haben die Auszubildenden die Möglichkeit, parallel zur Ausbildung ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium zu absolvieren. Bei erfolgreichem Abschluss wird das Berufsexamen und der akademische Grad Bachelor of Science (B.Sc.) erlangt.

Vorstellung der GeP-Ausbildung

Die generalistische Ausbildung Pflegefachmann/-frau (GeP) ist eine dreijährige Ausbildung, die im Blockunterrichtssystem stattfindet. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es Möglichkeiten die Ausbildung zu verkürzen. Die Ausbildung besteht aus 2100 Stunden theoretischem Unterricht und 2500 Stunden praktischem Einsatz in verschiedenen Bereichen. Somit sind die Auszubildenden abwechselnd 6 bis 10 Wochen in der Schule und dann ca. 5 bis 8 Wochen in den Einsätzen, die auf verschiedenen Stationen im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege und stationäre Langzeitpflege stattfinden. Die Ausbildung besteht aus mehrere (Pflicht)Einsätzen:

• Orientierungseinsatz (400 Stunden)
• Stationäre Langzeitpflege (400 Stunden)
• Ambulante Pflege (400h Stunden)
• Pädiatrie (120 Stunden)
• Stationäre Akutpflege (400 Stunden)
• Psychiatrie (120 Stunden)
• Vertiefungseinsatz (400 Stunden)
• Weitere Einsätze oder freie Verteilung (160 Stunden)

In jedem dieser Einsätze muss eine Anleitungszeit von 10% durch einen/eine Praxisanleiter*in gewährleistet werden. Die generalistische Pflegeausbildung ermöglicht nach dem Abschluss ein breites Einsatzspektrum in allen Bereichen der Pflege. Für alle Auszubildenden gilt, dass kein Schulgeld mehr bezahlt werden muss und dass eine Ausbildungsvergütung ausgezahlt wird. In unserem Haus ergibt sich das Gehalt nach dem aktuellen Tarifvertrag (KTD) und Schicht-, Sonn- und Feiertagszulagen.

Zugangsvoraussetzungen

• Mindestens 17 Jahre alt
• Mittlerer Schulabschluss (MSA) oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss oder Abitur
• B2-Sprachzertifikat und die Gleichstellung des Zeugnisses (bei Schulabschluss in einem anderen Land)
• Gesundheitliche Eignung

Nach der generalistischen Ausbildung sind die Pflegefachkräfte flexibel einsetzbar und haben eine hohe Arbeitsplatzsicherheit, da immer Personal gesucht wird – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in allen EU-Mitgliedstaaten, denn dort wird die Ausbildung ebenfalls anerkannt.

Ein Artikel von: Schwester Rabea Kucinski und Schwester Manjula Ruhnke, Praxisanleiterinnen im AGAPLESION Bethesda Krankenhaus Bergedorf gGmbH, Hamburg


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