Grußwort von Diakoniepräsident Ulrich Lilie

Als 1894 Vertreterinnen der deutschen Frauenbewegung gemeinsam mit dem evangelischen Theologen Friedrich Zimmer den Vorläufer des heutigen Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf gründeten, hatte in Deutschland noch nie ein Mädchen Abitur gemacht, waren die Universitäten Männerdomänen, das Frauenwahlrecht eine Utopie und berufstätige bürgerliche Frauen eine Ausnahme.
Sie gehörten also zu einer Avantgarde. Denn ihr Ziel war es, in eigenen Ausbildungsstätten Frauen (und später auch Männer) zur Ausübung eines Berufes im Bereich der Diakonie, insbesondere in der Pflege zu qualifizieren und so „den Bedürfnissen der Zeit zu dienen“. Dieser Auftrag des Diakonievereins und seiner Schwesternschaft: Diakonische Pflege, diakonisches Handeln und diakonisches Denken zu fördern und weiterzuentwickeln, war damals so wichtig wie heute und wird auch in unserer immmer älter werdenden Gesellschaft unverzichtbar sein.

Heute, in einer gleichzeitig säkularer und religiös vielstimmigeren Gesellschaft, stehen wir gemeinsam vor der Herausforderung, unser diakonisches Profil weiterzuentwickeln. Es geht darum, Mitarbeitende für die Diakonie zu gewinnen, Mitarbeitende im Diakonat zu stärken, der Pflege zu einer ihr angemessenen Bedeutung zu verhelfen sowie den Gemeinschaften und Formen christlicher Spiritualität im Kontext des Helfens Raum zu geben.
Ich freue mich, dass diese fruchtbare Tradition des Evangelischen Diakonievereins von Ihnen in einer überzeugenden Balance aus Neuaufbruch und Verantwortung für das anvertraute Erbe fortgesetzt und immer wieder aktuellen Erfordernissen angepasst wird. Die 2015 vollzogene Öffnung der Schwesternschaft für Frauen und Männer, die einer Kirche oder einer kirchlichen Gemeinschaft der ACK angehören, ist ein solcher Schritt.

Der Evangelische Diakonieverein steht mit seiner nun 125jährigen Geschichte für eine große diakonische Tradition. Allen, die sich im Evangelischen Diakonieverein heute für Menschen vor Ort und für eine zukunftsfähige Diakonie engagieren, gilt mein herzlicher Dank! Sie tragen mit Ihrem Engagement und Know-How dazu bei, dass die Menschenfreundlichkeit Gottes durch fachlich professionelle diakonische Arbeit erfahrbar bleibt: Für alle Menschen, unabhängig von ihrer kulturellen, ethnischen oder religiösen Prägung, ihrer Herkunft oder ihrem Portemonnaie.

Im Namen der Diakonie Deutschland gratuliere ich Ihnen herzlich zu Ihrem Jubiläum wünsche Ihnen auch in Zukunft viel Erfolg und Gottes Segen für Ihre Arbeit.

Ulrich Lilie
Präsident Diakonie Deutschland


Foto: © Diakonie/Thomas Meyer


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Mo 4. März 2019
Topfgucker Bischof Markus Dröge bei der milaa

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