In der Diakonischen Gemeinschaft gut aufgehoben

Schwester Nadine hat vor 20 Jahren Ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Oldenburg begonnen und ist seitdem Teil unserer Schwesternschaft. Unser bundesweites Netzwerk und die große Flexibilität des Diakonievereins beim Wechsel der Einsatzorte ist für sie ein großer Vorteil.

Liebe Schwester Nadine, warum haben Sie sich für den Beruf der Kinderkrankenschwester entschieden?

Mir ging es damals nach dem Abitur so wie wahrscheinlich den meisten, die die Schule verlassen: Ich wusste noch nicht ganz genau, was ich werden wollte. Daher habe ich mich zunächst nach einem Praktikum umgesehen. Klar war allerdings, dass es zunächst ein Ausbildungsberuf sein sollte, bevor ich ein Studium ergreife. Dazu hatten mir meine Eltern geraten. Das Praktikum führte mich dann schließlich auf die Säuglingsstation des Krankenhauses in Vechta, wo ich aufgewachsen bin. Meine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester habe ich im ca. 65 Kilometer von Vechta entfernten Oldenburg absolviert.

Sie sind mit Ausbildungsbeginn in die Schwesternschaft eingetreten. Warum haben Sie sich für die Schwesternschaft entschieden?

Nun, um ehrlich zu sein, bin ich am Anfang eher aus Pragmatismus in die Schwesternschaft eingetreten. Als ich mich damals beworben hatte, war die Ausbildung in der Pflege heiß begehrt. Die Plätze für „normale“ Schüler waren damals bereits vergeben. Doch dann rief mich Oberin Oltmanns an und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, der Schwesternschaft beizutreten. Für Diakonieschülerinnen gab es noch freie Plätze. Zunächst habe ich etwas gezögert. Auf den Broschüren waren vor 20 Jahren noch Schwestern in Tracht mit Häubchen zu sehen. Als 20-Jährige fand ich das schon etwas befremdlich. Nun ja, und dann bin ich Katholikin. Doch fand ich die Offenheit gegenüber meiner Konfession schon wieder spannend und ich wollte einfach unbedingt Kinderkrankenschwester werden. Also habe ich die Gelegenheit ergriffen und als Gastschwester – so nannte man das damals noch – am Ausbildungsgang teilgenommen. Schon bald habe ich gemerkt, dass die Entscheidung, der Schwesternschaft beizutreten, richtig war.

Warum?

Schon in der Ausbildung hat mich das Netzwerk begeistert, dass man durch die Schwesternschaft hat. Wir sind des Öfteren nach Berlin gefahren und haben dort Schülerinnen aus anderen Häusern getroffen. Der Austausch war klasse. Es gab schon damals Stammtische und Schwesternkreise und nicht zuletzt fühlte man sich einfach in der Schwesternschaft aufgehoben.

Welche Vorteile sehen Sie 20 Jahre nach Beginn Ihrer Ausbildung in der Schwesternschaft?

Neben den bereits vorher genannten, ist die große Flexibilität, die man durch den Diakonieverein hat, für mich einer der wesentlichen Vorteile. Nach der Ausbildung bin ich ja nach Frankfurt, um nach ein paar Jahren wieder nach Oldenburg und dann wieder nach Frankfurt zurückzukehren. Das alles ging ohne Kündigung und großen Bewerbungsmarathon. Ich habe meinen Wechselwunsch kommuniziert und die Schwesternschaft hat versucht, mir diesen zu erfüllen. Dies hat dann auch stets geklappt.

Sie haben nun ihr ganzes bisheriges Berufsleben Kinder und Jugendliche gepflegt. Was begeistert Sie daran? Was sind die besonderen Herausforderungen?

Ich finde es klasse, dass wir jeden Tag unterschiedlich alten Kindern begegnen. Dadurch entsteht viel Abwechslung. Es ist schließlich etwas ganz Anderes, ob ich einen Säugling versorge oder einen Teenager. Die Babys sind sehr süß, doch ich könnte definitiv nicht ohne die älteren Kinder und Jugendlichen, die auch schon mal streiken und uns ganz klar ihre Meinung sagen. Das kann herausfordernd sein, aber nicht nur im negativen Sinn. Es macht viel Spaß, auf die individuellen Charaktere einzugehen. Deutlich muss man aber auch sagen, dass die Kinderkrankenpflege, wie wohl jeder Pflegeberuf, ein anstrengender ist. Das meine ich nicht nur aus körperlicher Sicht. Wir sehen viele tragische Geschichten. Dann ist es umso schöner, wenn wir ein Kind wieder gesund entlassen können. ln den letzten Jahrzehnten hat sich zudem unser Tätigkeitsfeld verändert. Heute übernachtet fast immer ein Elternteil bei den Patienten. Das gab es früher nicht. Für uns bedeutet dies, dass das Waschen und Füttern der Kinder mittlerweile so gut wie entfällt. Das übernehmen die Eltern. Manchmal finde ich das schade. Doch entlastet es uns natürlich und wir können uns mehr auf die Medikation, Wundversorgungen und Dokumentation konzentrieren.

Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?

Klipp und klar: Ja. Es ist ein sinnerfüllter Beruf, der zwar mit dem Schichtdienst sowie mit der körperlichen und seelischen Belastung Energie zieht, doch geben mir die Kinder und positiv verlaufende Genesungserfolge wahnsinnig viel zurück.


Das Interview mit Schwester Nadine Kossen führte Kristin Brunner, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Bürgerhospital und Clementine Kinderhospital gGmbH. Das vollständige Interview können Sie in unserer Diakonieschwester Ausgabe Mai/Juni 2017 lesen.


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