Daniela Kiefer-Fischer ...

... sieht in der Schwesternschaft eine Glaubensgemeinschaft und ein berufliches Netzwerk mit Seele und Gespür für die Menschen.

*Vor fast genau 25 Jahren habe ich mich entschieden,* meine Ausbildung im Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. zu machen, nachdem ich vorher ein Diakonisches Jahr absolviert habe. In dieser Zeit konnte ich das Leben der Diakonissen kennenlernen. Für mich war dies aber zu eng, obwohl mir die Glaubens-Gemeinschaft sehr imponiert hat. Die Schwesternschaft schien mir daher der richtige Rahmen, um eine gute und fundierte Ausbildung zu erhalten und trotzdem einer Gemeinschaft anzugehören.

*Natürlich waren wir junge Schwestern* nicht immer mit allem zufrieden und die Veränderungen mit zu gestalten war mir schon immer ein Anliegen. Nach dem Examen bin ich noch ein Jahr in meiner Ausbildungseinrichtung geblieben, hatte mir aber selbst eine Frist zum Wechsel gesetzt, den ich schon immer als attraktives Angebot innerhalb unserer Gemeinschaft geschätzt habe. Suchen gehörte dazu, auch und besonders in Bezug auf meine Spiritualität und wo ich das, was ich brauche auch finde.

*Ich werde übrigens nie meinen ersten Schwesterntag vergessen.* Es war der Schwesterntag 1990, der erste Schwesterntag nach der Maueröffnung. Er fand in der Paulus-Kirche in Zehlendorf statt. Die Kirche war voll, alle Plätze besetzt. Es war unglaublich beeindruckend die vielen Schwestern zu sehen und die Kraft des gemeinsamen Glaubens zu erleben und zu spüren.

*Vor einigen Jahren habe ich* von der damaligen Vorstandsoberin das Angebot erhalten, an einem Palliativ-Care-Kurs teilzunehmen. Das hat mir den Weg in die stationäre Hospizarbeit eröffnet. Heute arbeite ich in Koblenz in einem ambulanten Hospiz und habe dort meinen Platz gefunden.

*Tatsächlich gab es in den vielen Jahren* meiner »Beziehung«, meiner Zugehörigkeit zu der Schwesternschaft nicht nur Sonnenschein. Da waren Höhen und Tiefen, Klippen und Kreuzungen. Und in allen Fällen eine Lösung, die beiden Seiten gerecht geworden ist. Das ist dann eben wie in einer guten Partnerschaft oder Freundschaft. Da geht’s auch mal hoch her und hinterher wieder gemeinsam weiter.

*Ich bin dankbar,* dass ich in der Gemeinschaft meine Spiritualität leben kann, dass ich über die Gremien der Schwesternschaft die Möglichkeit habe, sie mit zu gestalten und an ihrer Zukunft mitzuwirken. Ich habe in der Schwesternschaft meinen Rahmen gefunden, der mir Anbindung gibt und mich hält, der mich gleichzeitig nicht einengt sondern mich machen lässt. Für mich ist die Schwesternschaft eine Glaubensgemeinschaft und ein berufliches Netzwerk mit Seele und Gespür für die Menschen.

Schwester Daniela Kiefer-Fischer | Winningen


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